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Geflügelte Worte in Erfurt
Redewendungen - erlebbar als bebilderter Stadtrundgang
Ein Blick ins Buch und zwei ins Leben...
© BLICK VERLAG ERFURT - 2017
„...die Kurve
kratzen ...“
(schnell
verschwinden)
Zu den Zeiten als man Kutschen statt Autos fuhr, standen in den Kurven an den Hausecken sogenannte „Kratzsteine“. Zum einen sollten sie das Mauerwerk schützen, zum anderen dienten sie Kutschen mit einem großen Wendekreis auch als „Abstoßhilfe“, um durch den beabsichtigten Kontakt von Kratzstein und Kutschenrad leichter um die Kurve zu kommen.
Noch heute finden sich in Erfurt Kratzsteine mit deutlichen Kratzspuren mittelalterlicher Fuhrwerke. Das schönste Exemplar befindet sich in der Waagegasse, einer alten Einbahnstrasse, die die Händler zu der städtischen Waage führte, wo sie ihre Waren auspacken, wiegen und verzollen mussten, um sie anschließend, gemäß des von Karl dem Großen 805 verliehenen Stapelprivilegs, drei Tage lang zum Kauf anzubieten. Erfurt war ein mittelalterliches Handelszentrum im Kreuzungspunkt der Via Regia und der Nürnberger Geleitstraße. Karl der Große ernannte die Stadt zu einem der östlichsten Grenzhandelspunkte.
„...es stinkt zum Himmel...“
(etwas, was nicht
zu sehen ist,
ist trotzdem offen-
sichtlich,
man hat
einen Verdacht)
Händler, die nach Erfurt kamen, berichteten, dass sie die Stadt aus der Entfernung zwar noch nicht sehen konnten, aber sie konnten sie riechen. Sie meinten damit den strengen Geruch, der bei der Waidgärung entstand, die unter den Dächern der Waidspeicher stattfand. Die Dachgaupen in den spitzen hohen Dächern der Waidspeicher waren Entlüftungsöffnungen, durch die der Gestank zum Himmel abzog.
Ein gut erhaltenes Objekt ist das Haus „Zum güldenen Krönbacken“, heute ein großes Wohnhaus, mit schönem Renaissanceportal und der einzige noch komplett vorhandene Waidhändlerkomplex mit Innenhof und Waidspeichergebäude.
„...Torschluß-
panik haben...“
(Angst haben, keinen Partner mehr
abzubekommen)
Als die Stadt Erfurt eine Stadtmauer hatte, gab es an den Stadttoren Wächter, die die Tore um 18:00 Uhr täglich schlossen. Kam man nach 18:00 Uhr, konnte man nur noch gegen eine Gebühr in die Stadt. Allerdings auch nicht unbegrenzt. Im Sommer wurde man noch bis 22:00 Uhr, im Winter nur noch bis 21:00 Uhr eingelassen. Danach blieben die Tore bis zum nächsten Tag verschlossen.
Wer also spät dran war, konnte da schon mal in Panik geraten, die Stadt nicht vor Toresschluss zu erreichen. (Vielleicht verpasste einer eine Verabredung mit der Liebsten, die dann mit einem anderen vorlieb nahm...)
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